Am 27. Januar 2026 gedachten Menschen in Deutschland und weltweit der Opfer des Nationalsozialismus. Das Datum erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 – einem Ort, an dem über eine Million Menschen, vor allem Jüdinnen und Juden, ermordet wurden. Dieser Tag ist in Deutschland seit 1996 ein offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Darüber hinaus hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar seit 2005 als “Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust” ausgerufen, um weltweit an die Schrecken des Holocausts zu erinnern und vor antisemitischen, rassistischen und intoleranten Entwicklungen zu mahnen.
Auch im Saarland wird dieser Tag jedes Jahr mit Veranstaltungen der historischen Auseinandersetzung und des Gedenkens begangen. In Saarbrücken organisiert seit 1996 die Christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes (CJAS) ihre Gedenkveranstaltung. Die Installation „Klangstele. Gesang vom Zyklon B. Für das Hören – Gegen das Aufhören“ bot wie gewohnt einen künstlerisch-reflexiven Raum des Erinnerns.
Bei der Klangstele lesen Lektorinnen und Lektoren an drei Tischen aus verschiedenen historischen Texten, darunter aus dem Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von 1939 bis 1945. Gleichzeitig erklingen in stündlichen Wiederholungen Werke von Luigi Nono und Arvo Pärt, die sich musikalisch mit dem Holocaust auseinandersetzen. Die Verbindung dieser drei Klang- und Textebenen erzeugt eine dichte, nachdenklich stimmende Atmosphäre.
Dieses Jahr fand die Veranstaltung erneut in der neuen Synagoge in Saarbrücken statt, einem besonderen Ort jüdischen Lebens und Erinnerns, der auch bei den zwölf Schülerinnen und Schülern unserer Schule einen bleibenden Eindruck hinterließ. Zu Beginn erhielt unsere Gruppe durch den Mitorganisator von der CJAS, Herrn Patrick Wilhelmy, eine sehr gute Einführung in die Örtlichkeit der neuen Synagoge sowie in die Bedeutung und den Ablauf der Gedenkveranstaltung. Dieses Jahr war auch die Frauentribüne im Gebetssaal der Synagoge für alle Besucher und Teilnehmer geöffnet, was einen besonderen Blick auf die Veranstaltung ermöglichte.
Gerade in Zeiten, in denen antisemitische und rechtsextreme Strömungen wieder sichtbar werden, ist die Auseinandersetzung mit Ausgrenzung, Rassismus und der Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur besonders wichtig. Diese Sensibilisierung junger Menschen entspricht auch dem Leitgedanken unserer Schule: „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“. Etwa die Hälfte der GO-Schüler hatte im vergangenen Jahr bereits teilgenommen, für die andere war die Veranstaltung neu. So auch für Philipp Blug, der seine Eindrücke folgendermaßen zusammenfasste: „Die Veranstaltung war sehr interessant und ich habe viel für mich mitgenommen – auch viele Informationen, die mir vorher noch nicht bekannt waren.“ Wie die anderen auch, so möchte Philipp im nächsten Jahr wieder an der Veranstaltung teilnehmen.
Wir danken den Organisatoren, allen voran Herrn Wilhelmy, für die Möglichkeit, die Gedenkveranstaltung mitzugestalten und die Zeit, die sich für unsere Schülerinnen und Schüler in der Synagoge genommen wurde. Abschließend danken wir natürlich ganz herzlich den engagierten Schülerinnen und Schülern unserer Schule, die aktiv an der Gedenkveranstaltung teilgenommen haben. Diese sind:
Luke Eisenbeis, Torben Eli, Fiona Hoffmann, Martin Hoffmann, Marie Kutz, Niklas Rohde (alle Klasse 10m3), Philipp Blug, Clara Denne, Sophie Druck, Kira Linnebach, Marie Spreuer und Aaron Zurkaulen (alle Klassenstufe 11).
(Benedikt Hoster)








