„Der Mensch hat ein Recht auf Religion so gut wie auf ein Dach, das ihn schützt vor Wetter
und Wind.“
(Richard Kabisch)

Dem Recht  auf religiöse Bildung  ist der evangelische Religionsunterricht verpflichtet. Er bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich im Blick auf die „großen Fragen“ - sowohl des eigenen Lebens als auch der Menschheit im Allgemeinen - zu orientieren: „Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich? Was soll ich tun?“ – Diese Fragen werden vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens gemeinsam bedacht. Der Religionsunterricht ermutigt die Schüler, eigene Antworten auf diese Fragen zu formulieren; er fördert die religiöse Sprachfähigkeit,   schult   das   ethische   Urteilsvermögen   und   unterstützt   den   Erwerb interreligiöser Kompetenzen. Die Jugendlichen können im evangelischen Religionsunterricht lernen, wie man in der heutigen Welt den christlichen Glauben verstehen und leben kann.

Das   übergeordnete   Ziel   des   evangelischen   Religionsunterrichts   besteht   darin,   die Jugendlichen   zu   befähigen,   kompetent   vom   grundgesetzlich   zugesicherten   Recht   auf Religionsfreiheit Gebrauch machen zu können. Eingeladen sind alle, die daran teilnehmen möchten.

Inhaltlich befasst sich der evangelische Religionsunterricht in jedem Schuljahr mit einem theologischen (z.B. GOTT), einem ethischen (z.B. Gerechtigkeit), einem dialogischen (z.B. Islam), einem sozialen (z.B. Diakonie) und einem geschichtlichen (z.B. Martin Luther) Aspekt von Religion. Entscheidend dabei ist, dass alle Lernprozesse sich durch prinzipielle Offenheit für unerwartete Fragen auszeichnen. Es kennzeichnet den evangelischen Religionsunterricht, einen Raum der Freiheit für die individuelle Begegnung mit dem christlichen Glauben, aber auch für die ergebnisoffene Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen, anderen Weltanschauungen und Religionen offen zu halten.
Darüber   hinaus   legt   der   evangelische   Religionsunterricht   am   Gymnasium   Ottweiler besonderen Wert darauf,

  • dass der Unterricht nach Möglichkeit im Fachraum Religion stattfindet;
  • dass   außerschulische   Lernorte   (evangelische   und   katholische   Kirche,   Friedhof, historische Altstadt) in den Unterricht einbezogen werden;
  • dass meditative Elemente (z.B. Stilleübungen, Bildmeditationen) in den Unterricht einfließen.   

Zwei Bespiele aus dem Alltag des evangelischen Religionsunterrichts am Gymnasium Ottweiler:

  1. Beispiel einer Aufgabenstellung und einer Schülerantwort aus Klassenstufe 6, Thema:
    „Nach GOTT fragen.“ Deine beste Freundin ist traurig und niedergeschlagen. Ihr Opa, den sie sehr lieb hatte, ist nach längerer Krankheit verstorben. Deine Freundin fühlt sich einsam und verlassen, zweifelt an ihrem Glauben und fragt sich, warum GOTT so etwas zulassen kann.
    Tröste deine Freundin, indem du ihr eine Möglichkeit aufzeigst, wie die christliche Religion die Frage nach dem Bösen auf der Welt beantwortet. Die Erinnerung an die Geschichte Jesu im Garten Gethsemane oder an Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis kann dir dabei helfen.

  2. Beispiel einer Aufgabenstellung und eines Schülerentwurfs (angefertigt in der Arbeitsgruppe) aus Klassenstufe 11, Thema: „Kirche und Welt“.
    Entwerfen Sie den Grundriss einer Kirche für die heutige Zeit und geben Sie Ihrer Kirche einen Namen!
Sarah Fichtner
Dr. Gerd Grauvogel
Haiko Korb
Sarah Lutter
Alexander Ohm
Nicole Stark
Dagmar Wiltz
Katrin Ziegler

Mehr Mitmenschlichkeit in der Gegenwart durch das Erinnern an die Vergangenheit.

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